Capleton Tour abgebrochen

Samstag, Dezember 20, 2008
Von saki

Capleton_400x425 Einige der bekanntesten jamaikanischen Dancehall-Interpreten sind vor allem auch wegen ihrer oftmals fragwürdigen Texte in den Medien. Zu diesen gehören zum Beispiel Sizzla, Elephant Man, Shabba Ranks, Bounty Killer und Capleton. Letzterer hat auch erst kürzlich wieder von sich hören lassen. In Deutschland war ein einziges Capleton-Konzert geplant, im Wuppertaler U-Club. Vor dem Club protestieren am Abend des Konzertes politische Jugendorganisationen und Schwulenverbände und fordern, dass der Auftritt abgesagt wird. Die Aktion war erfolgreich, Capletons Tour wird anschließend vom Veranstalter abgeblasen. Er hat 2007 den „Reggae Compassionate Act“ unterschrieben, womit er sich dazu verplichtet keine Gewaltaufrufe mehr zu verbreiten. Daran hielt er sich jedoch nicht.

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2 Kommentare zu “Capleton Tour abgebrochen”

  1. The mighty Duck

    Hmm, das ist irgendwie schwierig. Will man sich da wirklich durch alle Texte arbeiten? Oder muss man das sogar?
    Oder auf dem Konzert dann bei den entsprechenden Liedern nicht tanzen? Oder muss man korrekter Weise eine Band nicht mehr mögen, wenn ein Lied so einen Text hat? Oder wenn sie politisch inkorrekte Statements beispielsweise in Interviews von sich gibt, auch wenn die Lyrics ok sind?
    Da gab’s ja hier auch schon mal ’ne ähnliche Diskussion in Bezug auf Brigit Bardot….
    Gibt es überhaupt Dancehall der nicht homophob ist? Könnt ihr da was empfehlen?

    #135
  2. saki

    so verzeih dass die antwort so lange gedauert hat, war im urlaub. klar muss man zugeben dass ein grosser teil des jamaikanischen dancehall homophob ist. aber da gibt es natürlich auch eine weite bandbreite, zwischen öffentlich dazu aufrufen schwule zu verbrennen und sich persönlich gegen homosexualität zu positionieren ist ja auch ein großer unterschied. aber natürlich gibt es auch viele künstler, vor allem in europa, die sich gegen homophobe texte im dancehall aussprechen. also ohne den jamaikanischen dancehall oder allgemein den aus der karibik mit seinen texten verteidigen zu wollen, denke ich darf man das alles auch nicht komplett aus dem politischen kontext herausnehmen. natürlich sind diese texte für jemanden in europa sehr schockierend, man muss jedoch auch bedenken dass in jamaika homosexualität strafrechtlich verfolgt wird, und sich die leute an diesen werten mit denen sie aufwachsen nun mal orientieren. wie gesagt das soll nicht als rechtfertigung verstanden werden, aber ohne diese hintergründe kann man die ursprünge für diese texte wahrscheinlich nicht verstehen.
    inwiefern man das musikalische von der aussage trennen kann muss jeder für sich selber wissen, doch zumindest sollte man sich darüber informieren um was es in den liedern geht.

    #136

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