Sir Simon Battle // Interview

Montag, Dezember 15, 2008
Von jula

Sir_Simon_Battle_1_bearbeitet-1Vor ihrem Konzert im Zapata konnten wir Sir Simon Battle interviewen, genauer gesagt, nur Simon ohne seine Mitmusiker. Die saßen drei Tische weiter. Das scheint exemplarisch zu sein für Sir Simon Battle: Text und Musik kommen hauptsächlich von Mastermind Simon, der fast alle Songs ihres bisher einzigen Albums schon aufgenommen hatte, als es die Band noch gar nicht gab. Warum das so ist und was er von dem Vorwurf hält, seine Musik sei “konservativ”, erklärte er uns dann:

ZYVA: Als ich heute Nachmittag Deine Songs gehört und aus dem Fenster geguckt hab, hab ich mir gedacht, dass es schon die ideale Musik für das Wetter heute ist und dafür, wie einem die Stadt heute erscheint. Also so ein bißchen tristes Ambiente, ein bißchen herbstliches Umfeld…

Simon: …zum aus dem Fenster springen.

ZYVA: So radikal würd ich ‘s nicht sagen, aber es ist jetzt nicht unbedingt die Musik zum am Strand liegen, oder?

Simon: Das würd ich genauso sagen. Da ist schon sehr wenig Lustiges dabei. Das sind schon eher ruhige, traurige Songs.

ZYVA: Also verstehst Du das als Kompliment, wenn man sagt, dass passt zu dem tristen Wetter?

Simon: Ja, das versteh ich als Kompliment. Weil es halt eben Stunden sind aus Abschnitten des Lebens, die nicht so richtig fröhlich sind.

Zyva: Aus Abschnitten Deines eigenen Lebens? Oder woher kommen die Ideen?

Simon: Ich sag’s mal so, da ist schon sehr wenig Distanz zu Erlebtem. Also, das ist jetzt nicht so eins zu eins, und Du könntest das so runter schreiben. Aber meistens eigen Erlebtes und eigen Beobachtetes. Ja.

ZYVA: Wie darf man sich das dann vorstellen? Beispielsweise der eine Song, dessen Text ich sehr schön fand, mit dem Pärchen, dass sich mp3s anhört und der Akku bald leer ist, aber nicht leer werden darf. Du hättest, sagen wir mal, so was gerade erlebt, setzt Dich dann zuhause an Deine Gitarre und schreibst einen Song. Wie kommen denn da Deine Mitmusiker ins Spiel? Das wirkt ja schon so sehr als ob das alles von Dir kommt. Da merkt man schon, wer im Vordergrund steht. Wie sind denn da die anderen in den Prozess eingebunden?

Simon: Also erst mal: Respekt, wie gut Du zugehört hast. Es ist schon tatsächlich so, dass ich das meistens dann alleine mach, für Aufnahmen. Ich schreib das auf und nehme Demos auf und schichte Spuren übereinander. Textlich ist das so, dass ich mir halt ganz oft Schnipsel aufschreibe – Beobachtungen oder Erinnerungen – oder ich setz mich tatsächlich hin und versuche eine bestimmte Sache festzuhalten. Und das mach ich dann schon weitestgehend alleine. Mit der Band geht es dann um den Live-Kontext.

ZYVA: Ihr trefft Euch dann ab und zu zu Proben und geht dann auf die Bühne wie jetzt gerade?

Simon: Genau.

ZYVA: In Deinen Texten kommen ja auch viele Zug- und Autofahrten vor. Ist das etwas, das Euch beschreibt, weil Ihr auch so viele Zug- und Autofahrten voneinander entfernt wohnt? Wie können die anderen an der Entstehung der Songs teilhaben?

Simon: Es ist tatsächlich so, dass ich sehr gerne unterwegs bin. Es gibt nichts, was mich mehr beruhigt, als von zuhause auszubrechen und in ‘n Auto oder ‘nen Zug einzusteigen. Viele dieser Songs sind ja noch entstanden, bevor es diese Liveband gab. Und da ist es eigentlich auch ein schöner, lustiger Zufall, dass es dann zu so einer Liveband gekommen ist, die so weit auseinander wohnt, die es erfordert, dass wir auch jetzt soviel zusammen rum reisen.

ZYVA: Sind denn die neuen Songs, die dann dazu gekommen sind, gemeinsam entstanden oder sind die auch nur von Dir?

Simon: Das Schreiben und das Arrangieren, das mach ich dann schon alleine, wie gesagt, in diesem ganze Live-Kontext proben wir das dann zusammen, also das ist eher so ne Live-Geschichte, die wir dann zusammen machen.

ZYVA: Stimmt es, dass man Dich dazu überreden musste, aufzutreten? Du bist ja in verschiedenen Bandprojekten engagiert und wirkst deshalb nicht wie jemand, der gar nicht auf der Bühne stehen will.

Simon: Ne, ich find das ja inzwischen auch wirklich ok. Ich hatte mal, als 15- oder 16jähriger in Schülerbands gespielt, aber dachte mir, ok, alles schön und gut, das sei vorbei mit dem Bandspielen. Dann ist es aber so gewesen, dass ich angefangen hab, tatsächlich selber wieder Musik zu machen, einfach nur, um Songs aufzunehmen, und dann waren die Songs da, und dann war es so, dass Leute in meinem Umfeld – unabhängig von der Band – gesagt haben, mach das doch mal live, mach doch so ‘ne Band daraus. Da war ich halt so skeptisch: Bandsache. Ist das überhaupt mein Ding? Will ich das? Das fand ich halt schon irgendwie so befremdlich. Eigentlich dacht ich, das ist vorbei. Und dann ist halt der erste Auftritt gekommen, das war damals in Hamburg in der Astrastube, da haben wir halt das allererste Konzert gespielt, und ich hab gedacht: “Wow, das ist schon schön, das gemeinsam mit Leuten zu machen!” Aber ich bin auf keinen Fall so ran gegangen, dass ich gesagt hab, ich will jetzt Songs machen und dann ‘ne Band gründen. Ganz im Gegenteil eigentlich.

ZYVA: Und mittlerweile bist Du ein ziemlich gut beschäftigter Mann, also bei vielen Projekten noch mit beteiligt, oder?

Simon: Ja, hier und da. Es ist ja auch viel langweilig im Leben und da muss man sich ja auch beschäftigen. Ich mach halt gerne Musik, jetzt mit Leuten.

ZYVA: Und auch noch was anderes nebenher?

Simon: Ich bin ja fleißiger Student. Ich stecke gerade momentan im Abschluss meiner Diplomarbeit.

ZYVA: In welchem Fach?

Simon: Tontechnik und Akustik. Ich interessiere mich ganz stark für diese ganzen Aufnahmegeschichten und Aufnahmeprozesse, das mache ich sehr sehr gerne. Ich hoffe, ich krieg das einigermaßen über die Bühne, es geht voran, schleppend, aber gut.

Zyva: Nochmal zu Deiner Musik. Man liest ja ziemlich viel Gutes drüber. Wenn dann gibt es einen Vorwurf, dem das Ganze immer wieder ausgesetzt ist: Du wärst zu konservativ, Du würdest zu wenig experimentieren. Es ist schon sehr Indiepop und Songwriter-mäßig. Wie siehst Du das denn?

Simon: Da muss ich auf jeden Fall Recht geben. Es ist schon sehr wenig Experimentelles dabei. Die Platte, die ich da aufgenommen habe, wird jetzt musikgeschichtlich die Welt nicht nach vorne bringen, aber es ist Musik, die ich kann, die ich mag, und die momentan zu diesem Zeitpunkt da entstanden ist. Das sind halt einfach simple Songs gewesen, die es galt, schlicht aufzunehmen, weil es auch meiner musikästhetischen Ausrichtung entsprochen hat, aber man entwickelt sich weiter und mal gucken,was dann auf dem nächsten Album landet. Ich kann das schon nachvollziehen, dass es Bands gibt, die das weiter nach vorne treiben, die halt einfach irgendwas radikal Neues machen. Das ist da tatsächlich nicht drauf. Also ich kann die Kritik absolut nachvollziehen.

Zyva: Stichwort nächstes Album: Ihr habt 2008 “Battle” veröffentlicht, was ja, wie erwähnt, ziemlich wohlwollend aufgenommen wurde. Wie geht’s weiter? Jetzt noch mal touren und dann?

Simon: Ja, jetzt war uns langweilig, da haben wir ‘ne Tour ausgerufen und ich bin halt die ganze Zeit sozusagen dabei, neue Sachen auszuprobieren, auch ganz viel im Kopf darüber nachzudenken, wie so was werden könnte, ob das wieder so ganz alleine entsteht oder ob das mit viel mehr Leuten entsteht. Das ist übrigens die Basedrum vom Soundcheck. Traumhaft.

Zyva: Ja, ein guter Abschluss.

Simon: Ist es jetzt schon zu Ende?

Zyva: Nein, wir haben noch eine Frage. Hast Du irgendein Lied einer anderen Band, dass Deine Musik wiederspiegelt?

Simon: EIN Lied?
…klingt musikalisch gesehen überhaupt nicht zuammenhängend, also überhaupt nicht eindeutig, aber für mich macht es sehr viel Sinn…jetzt auch nur momentan…was ich da so mit der Platte mache…das macht wahrscheinlich auch nur für mich Sinn…..wenn es einen Song umfassen würde…..wäre es… Prayer To God von Shellac, das müsst Ihr Euch unbedingt mal anhören. Und dann werdet Ihr den Zusammenhang nicht verstehen, aber für mich besteht er.

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3 Kommentare zu “Sir Simon Battle // Interview”

  1. Franzi

    Die Musik ist jetzt nicht so ganz mein Ding, ist mir irgendwie zu lieblich. Aber ich find das Interview toll.
    Da merkt man, dass ihr nicht irgendwelche Standardfragen runterspult, sondern euch echt mit der Musik beschäftigt hat. Das macht Spaß zu lesen. Cool!

    #128
  2. Zack

    Lieblich? Kann es sein, dass du deinen Kommentar auf einem Weinblog posten wolltest?
    Ich mag Musik&Interview

    #129
  3. GARY

    Hihi, der erinnert mich vom Aussehen her an Matthias Z., falls den jemand kennt !?!

    #130

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