Tocotronic wollen keine Heimatdichter sein

Dienstag, Oktober 7, 2008
Von mag

Tocotronic - Foto: Universal Schon 1996 sollte Tocotronic auf der Popkomm der VIVA-Comet in der Kategorie “Jung, deutsch und auf dem Weg nach oben” verliehen werden. Die damals noch relativ unbekannte Band lehnte den Preis dankend ab und erklärte: „Wir sind nicht stolz darauf, jung zu sein. Wir sind auch nicht stolz darauf, deutsch zu sein. Und auf dem Weg nach oben, naja …“
Doch anscheinend können es Musiksender nicht lassen, Tocotronic mit dem Deutsch-Etikett versehen zu wollen. Nachdem MTV jetzt ihren Song “Imitationen” zu einem Heimatlied machen wollte, veröffentlichten sie heute folgendes Statement auf ihrer Homepage:

“”Liebe FreundInnen, es ist unfassbar: Anläßlich des Tages der Deutschen Einheit hat der ansonsten von uns hochgeschätzte Musikvideosender MTV auf seiner Internetseite unter der Überschrift “Heimatmelodien” (!) ein Voting für den besten deutschen Songtext (“Deutschland – casino Land der Dichter und Denker”) gestartet. Auch unsere Gruppe, Tocotronic, ist dort mit dem Text zu dem Lied “Imitationen” vertreten. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir nichts, aber auch gar nichts von unserer Teilnahme an dieser höchst zweifelhaften Aktion gewußt haben und wir auch nichts von solchen heimatduseligen Lyrikwettbewerben halten. Im Gegenteil: Eine solches Voting repräsentiert so ziemlich das genaue Gegenteil der von uns propagierten Inhalte.

Dies nur mal so nebenbei.

Viele Grüsse Tocotronic””


Tocotronic – Imitationen

3 Kommentare zu “Tocotronic wollen keine Heimatdichter sein”

  1. achim

    Coole Sache von denen.

    #70
  2. hennes

    oh die tocos….können sie mal wieder schön ihren style raushängen lassen…warten doch immer auf so sachen, um sich mal wieder als auch so politische band in szene zu setzen…
    zitat aus dem wikipedia artikel zu tocotronic:

    > Tocotronic lassen sich der aktiven linken Szene unter den deutschen Künstlern zuordnen. Neben der Unterstützung von I Can’t Relax in Deutschland, einer Kampagne gegen gesellschaftlich zunehmende Nationalisierungstendenzen, die in der deutschen Popkultur Ausdruck finden, haben sich Tocotronic auch immer wieder an Solidaritätsaktionen für alternative und antifaschistische Organisationen beteiligt. In Hamburg trat die Band 2002 zum Beispiel auf einem Solidaritätskonzert für den geräumten Bauwagenplatz Bambule in der Roten Flora auf. Am Vorabend des 8. Mai 2005, dem Jahrestag der deutschen Kapitulation, waren Tocotronic einer der Topacts bei Deutschland, du Opfer, einer von Jungle World und weiteren linken Gruppierungen organisierten Veranstaltung. Einige Wochen später spielten sie ferner auf dem Festival „Berlin 05“, welches im Rahmen des „Projekt P“ Jugendliche zur politischen Partizipation ermuntern sollte. Im Rahmen der Kampagnen gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 beteiligten sich Tocotronic durch den „Bierbeben-Remix“ von „Aber hier leben, nein danke!“ auf dem Sampler „Move against G8“ <

    klaro, alles keine schlechten sachen…aber wirklich gewagt sind solche aktionen auch nicht…ernsthaftes politisches engagement oder nur zielgruppen genaues marketing? bin mir da nicht so sicher

    #71
  3. Anne

    Verstehe deinen Kommentar, Hennes. Andererseits, was sollen sie denn machen? Oder was wäre denn zum Beispiel eine tolle, gewagte politische Aktion? Find das schon ok, wenn sich Bands einfach hin und wieder mal äußern, ohne gleich ihre ganze Musik unter das Motte Politik zu stellen.

    #72

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