5 : 1 für die Erleuchteten

Donnerstag, Oktober 2, 2008
Von tobi

Unter der Reihe 5 zu 1 besprechen wir in regelmäßigen Abständen neue Platten (fünf) aus der riesigen Masse an Neuveröffentlichungen und weisen auf eine besonders wichtige Aufnahme hin (eins), die sich lohnt, wieder ausgegraben zu werden.
Wir beginnen im Dunklen, beim kopflosen Chefphilosophen des deutschen Pops Peter Licht, dessen neues Album Melancholie und Gesellschaft den „Hauptwerk“-Charakter schon im Titel trägt. Zumindest was die textliche und – damit untrennbar verbunden – die intellektuelle und gesellschaftskritische Ebene angeht trifft das auch zu. Vergleichbares Niveau in der Disziplin „deutsche Texte“ dürfte schwer zu finden sein. Musikalisch würde man gerne das gleiche behaupten, doch leider trägt das Prinzip „Intellektuelles Schwer- / musikalisches Leichtgewicht“ weniger zur Konzentration auf Texte, sondern mehr zur totalen Entnervung des Hörers bei, dem angesichts von so viel Pop irgendwann übel wird.

BECK_MODERN_GUILTY_COVER_ADieser Gefahr setzt man sich bei Modern Guilt, dem dunklen Album des doch eigentlich sehr illuminierten Beck Hansen nicht aus, dafür reicht die Zeit nicht. Eine gute halbe Stunde lang wird man – und das hat sich auch mit Produzent Danger Mouse nicht geändert – mit dem typischen Beck-Sound konfrontiert. Das groovt, das wabert, das bricht an einigen Stellen auch mal aus, bis auf den Titeltrack jedoch bleiben echte Highlights aus. Wer redundante Musik macht, verdient auch redundante Kommentare, also: Wer Beck mochte, mag auch dieses Album. Wer bei den letzten beiden Alben schon ein gewisses Gähnen nur schwer unterdrücken konnte, der lässt besser die Finger davon…

Bonaparte… und greift zu Bonaparte, die mit ihrem Album Too Much Licht in die ansonsten etwas trübe Veröffentlichungssuppe dieses Herbsts bringen. Das schaffen sie weniger durch besonders ausgefeilte Songstrukturen oder Instrumental-Arragements als durch ihre Lyriks. „You know politics / I know party chicks / You know Sophie Scholl / I love Rock n‘ Roll“ vom Titeltrack zeigt auch schnell, wohin die Reise geht: ins Spass- und Partyland. Klar – man kann sich daneben stellen und das alles nicht so aufregend und so neu finden, aber Tanzen und Lachen macht dann doch mehr Spaß.

the streetsVorletztes Album dieser Kolumne und wohl auch für The Streets ist Everything is borrowed. Wie gewohnt ist es fantastisch, Mike Skinner beim „haarscharfen“ Vorbeigleiten am richtigen Ton zuzuhören, leider aber hat er sein berüchtigtes Verbalgerumpel im Vergleich zum Vorgängeralbum weiter reduziert. Die Beats sind im wahrsten Sinne des Wortes „interessant“, bringen aber selten richtig Schwung in die Bude und so tröpfelt das ganze Album etwas (an einigen Stellen seltsam zähflüssig, man könnte auch schmalzig sagen) vor sich hin.

The_slip_(Nine_Inch_Nails_album) Zum Schluss noch The Slip von Nine Inch Nails, auf dem Trent Reznor mal wieder alles richtig zu machen scheint. Seinen Feldzug gegen die Musikindustrie setzt er in die Tat um, heißt, das ganze Album steht auf seiner Homepage in allen gängigen Formaten gratis zum Download, inklusive Cover-Layout und Versionen zum Selber-Remixen. Die Musik selbst ist eine Wucht, eine Walze, eine Welle: Stark genug um einen durch viele dunkle Tage zu tragen. Die Illumination dieser Tage eben.

Serge-Gainsbourg-Bonnie-And-Clyde-454557 Bleibt ewig gut: Serge Gainsbourg und Brigitte Bardot: Bonnie & Clyde
Eigentlich sollte man auf nichts hören, was den Mund Brigitte Bardots verlässt. Hier jedoch muss man eine Ausnahme machen: Ein Soundtrack, der all die Facetten des Films enthält, sie zusammenfasst und auf 30 min komprimiert. Von tief melancholisch bis vollkommen überdreht glücklich stolpert der Zuhörer durch alle Stimmungslagen, zusammengehalten nur von zwei Stimmen, die das Nicht-Singen-Können in ihrer höchsten Form zelebrieren. Den französischen Akzent und die ihm eigene Mischung aus cool und sexy kann man nicht besser inszenieren.

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4 Kommentare zu “5 : 1 für die Erleuchteten”

  1. Anne

    Mal wieder zwei tolle Tobi-Artikel hintereinander! Danke!

    #63
  2. Wer auch immer

    UI, Peter Lichts neues Album ist tatsächlich ganz furchtbar. Und er singt total schief. Bäh!

    #64
  3. Mag

    Ja ich muss sagen, was Brigitte Bardot so von sich gibt, verdirbt mir persönlich auch alles andere was sie macht. Kann keine Musik von ihr hören, ohne dass mir das Kotzen kommt, weil ich an Zitate wie: „Et puis voilà que mon pays, la France, ma patrie, ma terre est de nouveau envahie, avec la bénédiction de nos gouvernements successifs, par une surpopulation étrangère, notamment musulmane, à laquelle nous faisons allégeance. De ce débordement islamique, nous devons subir à nos corps défendant, toutes les traditions. D’année en année, nous voyons fleurir les mosquées un peu partout en France alors que nos clochers d’églises se taisent faute de curés.“ denke.
    Wie sehr sie mit solchen Aussprüchen aber den Nerv der Gesellschaft trifft, sieht man traurigerweise zum Beispiel an den Kommentaren zu dem Artikel, den Tobi verlinkt hat!

    #65
  4. Mag

    Entschuldigung, hier noch die Übersetzung des Zitates:
    „Und jetzt ist mein Vaterland Frankreich, mein Heimatland, meine Erde erneut mit dem Segen unserer aufeinanderfolgenden Regierungen von einer Fremdbevölkerung überflutet, vorwiegend von Muslimen, deren fremdartigen Bräuchen wir uns unterwerfen und deren islamische Ausbreitung wir am eigenen Leib erdulden müssen. Von Jahr zu Jahr sehen wir überall in Frankreich neue Moscheen entstehen, während unsere Glocken wegen fehlender Priester schweigen.“

    #66